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- „Kinder von Hoheneck“ können Leistungen aus dem Fonds „Heimerziehung in der DDR“ erhalten

Der Lenkungsausschuss des Fonds „Heimerziehung in der DDR“ hat klargestellt, dass die so genannten „Kinder von Hoheneck“ finanzielle Hilfen aus dem Fonds erhalten können. Als „Kinder von Hoheneck“ im Sinne dieser Regelung gelten Betroffene, deren Mütter zwischen 1950 und 1954 aufgrund von Urteilen sowjetischer Militärtribunale im DDR-Frauengefängnis Hoheneck inhaftiert waren, und die selbst entweder in Hoheneck oder zuvor in einem sowjetischen Speziallager geboren wurden.

Die Entscheidung über die Heimeinweisung der Kinder wurde vom DDR-Innenministerium getroffen. Formal erfüllen die „Kinder von Hoheneck“ damit eine wichtige Zugangsvoraussetzung zu Leistungen des Fonds nicht: Leistungen können nur Betroffene erhalten, die auf Grundlage einer Entscheidung der Jugendhilfe oder von Gerichten in ein Heim eingewiesen wurden. Im speziellen Fall der „Kinder von Hoheneck“ kam jedoch das damals gültige DDR-Recht nicht zur Anwendung, da die Kinder über ihre Mütter einer „fremden Macht“ – nämlich der sowjetischen Militäradministration – unterstanden. Lediglich die Ausführung der Urteile der Militärtribunale oblag der DDR-Volkspolizei, die dem Innenministerium unterstand. Dessen Entscheidung zur Heimunterbringung der Kinder wurde unter Beteiligung der zentralen Jugendhilfebehörde der DDR getroffen. Somit sieht der Lenkungsausschuss das Zugangskriterium als erfüllt an.