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Runder Tisch "Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren"

Am 11. Dezember 2006 fand vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eine Anhörung von Betroffenen statt, die in ihrer Kindheit oder Jugend in einem Heim untergebracht waren. Sie berichteten über Missstände in den Einrichtungen, über persönliches Leid und die Folgen, mit denen sie heute noch zu kämpfen haben.

Infolgedessen hat der Petitionsausschuss zur Aufarbeitung der westdeutschen Heimerziehung zwischen 1949 und 1975 eine Beschlussempfehlung verfasst, die der Deutsche Bundestag am 4. Dezember 2009 verabschiedet hat. Darin wurden die Bundesregierung und die westdeutschen Bundesländer aufgefordert, in gemeinsamer Verantwortung einen Runden Tisch einzurichten. Dieser Bitte kamen Bund und Länder nach, indem der Deutsche Bundestag in fraktionsübergreifendem Konsens die Einrichtung des „Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“ unter Beteiligung von Betroffenen, Trägern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Verbänden, Vertreterinnen und Vertretern des Bundes und der Länder sowie der Kirchen beschloss.

Gründung des Runden Tisches

Der Runde Tisch konstituierte sich am 17. Februar 2009 unter dem Vorsitz von Bundestagsvizepräsidentin a. D. Dr. Antje Vollmer. Zu seinen Aufgaben gehörten unter anderem die Aufarbeitung der Heimerziehung unter den damaligen rechtlichen, pädagogischen und sozialen Bedingungen, die Prüfung von Hinweisen auf Betroffenen zugefügtes Unrecht, die Aufarbeitung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und gesundheitlicher (organischer oder psychischer) Folgen der Heimerziehungspraxis, die Förderung der Kommunikation zwischen den Betroffenen und den „Nachfolge“-Organisationen der damaligen Heimträger, die Vermittlung von Beratungsangeboten, die Entwicklung von Kriterien zur Bewertung der Forderungen ehemaliger Heimkinder sowie das Erarbeiten von Lösungsansätzen.

Mit der öffentlichen Vorstellung seines Abschlussberichtes am 13. Dezember 2010 und der Übergabe an den Deutschen Bundestag am 19. Januar 2011 hat der „Runde Tisch Heimerziehung“ sein auf zwei Jahre befristetes Mandat fristgerecht erfüllt und seine Arbeit beendet.

Ergebnisse des Runden Tisches

Die Lösungsansätze des Runden Tisches umfassen sowohl immaterielle als auch materielle Formen der Aufarbeitung und Wiedergutmachung. Angeregt wurde unter anderem die Gründung eines bundesweiten Fonds, der gemeinsam von Bund, westdeutschen Bundesländern, den beiden großen christlichen Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden sowie den Orden getragen wird. Der Fonds soll ermöglichen, dass Betroffene Hilfen zur Überwindung der heute noch nachweisbaren Folgen aus der Zeit ihrer Heimunterbringung zwischen den Jahren 1949 und 1975 erhalten können.

Zu den Ergebnissen des Runden Tisches

Weitere Informationen zum Runden Tisch

Zu den Mitgliedern des Runden Tisches

Anlaufstelle Heimerziehung

Die Anlaufstelle Heimerziehung wurde auf Vorschlag des Rundes Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren eingerichtet.
Die Anlaufstelle war vom 01. März 2011 bis zum 31. März 2012 bei der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe angesiedelt.

Weitere Informationen zur Anlaufstelle Heimerziehung

 

Telefonische Anlaufstelle

Kontakt auch über die kostenfreie Telefonnummer

0800-1004900

 

Mo, Mi, Fr: 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Di, Do: 15:00 Uhr bis 20:00 Uhr

Die Zeiten gelten nicht für Feiertage und am 24. und 31. Dezember.