Navigation und Service

Welcher Fonds ist für mich zuständig, wenn ich als Kind im Heim sexuell missbraucht wurde?

An wen sich Betroffene wenden können, hängt von den jeweiligen Zeiträumen ab, in denen ein Missbrauch stattfand.

Betroffene, die in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975 als Kinder oder Jugendliche in Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen zum Zweck der öffentlichen Erziehung untergebracht waren und denen in dieser Zeit Leid und Unrecht widerfahren ist, können sich an den „Fonds Heimerziehung West“ wenden.

Betroffene, die in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990 als Kinder und Jugendliche in Heimen zum Zweck der öffentlichen Erziehung untergebracht waren und denen in dieser Zeit Leid und Unrecht widerfahren ist, können sich an den „Fonds Heimerziehung in der DDR“ wenden.

Betroffene, die außerhalb der genannten Zeiträume dieser beiden Fonds Heimerziehung als Minderjährige sexuellen Missbrauch in Heimen erlitten haben, können sich an das Ergänzende Hilfesystem wenden.

Betroffenen, die im familiären Bereich sexuell missbraucht worden sind und denen Unrecht in einem Heim zugefügt worden ist, steht es frei, an welchen der Fonds sie sich wenden. Hilfeleistungen können aber nur aus einem der Fonds gewährt werden. Die Fonds Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland sowie in der DDR auf der einen Seite und der Fonds Sexueller Missbrauch auf der anderen Seite können nicht nebeneinander oder nacheinander in Anspruch genommen werden. Leistungen können nur aus einem der Fonds erbracht werden, weil sowohl die Fonds Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise in der DDR als auch der Fonds Sexueller Missbrauch als freiwillige Leistung der jeweiligen Errichter aufgelegt wurden mit dem Ziel, noch heute bestehende Folgeschäden durch Misshandlungen beziehungsweise Missbrauch im System Heimerziehung oder durch den Missbrauch im familiären Umfeld zu beseitigen oder wenigstens zu mindern. Einen Ausgleich für damalige Schäden können diese Fonds jedoch nicht leisten. Zudem gewähren alle drei Fonds Leistungen in niedrigschwelligen Systemen. Hochschwellige und damit auch langwierige Glaubhaftmachungen durch den oder die Betroffenen oder Ursachenforschung sollen gerade nicht betrieben werden. Auch sollen Leid und Unrecht nicht miteinander verglichen werden. Dies entspricht den Empfehlungen des Runden Tisches zur Aufarbeitung der Heimerziehung sowie des sexuellen Kindesmissbrauchs.

zurück

Telefonische Anlaufstelle

Kontakt auch über die kostenfreie Telefonnummer

0800 1004900

 

Mo, Mi, Fr: 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Di, Do: 15:00 Uhr bis 20:00 Uhr

Die Zeiten gelten nicht für Feiertage und am 24. und 31. Dezember.